Zum Staunen
Warum hat ein Kaktus Stacheln?
Die Stacheln sind keine Waffe gegen dich — sie sind Blätter, Sonnenschirm und Wassersammler in einem.
Fass mal vorsichtig an einen Kaktus. Au! Klar — er sticht. Aber warum eigentlich?
Die Stacheln sind Blätter
Das ist das Verrückteste daran: Ein Stachel ist ein umgebautes Blatt.
Andere Pflanzen haben große, grüne, weiche Blätter. Die sehen schön aus — aber durch Blätter verliert eine Pflanze ganz viel Wasser. An einem heißen Tag verdunstet es einfach weg.
In der Wüste gibt es aber kaum Wasser. Also hat der Kaktus seine Blätter über Millionen von Jahren immer kleiner und härter gemacht. Bis sie zu Stacheln wurden.
Und weil er jetzt keine Blätter mehr hat, macht sein dicker grüner Körper die Arbeit der Blätter mit. Deshalb ist ein Kaktus grün und dick.
Stacheln können vier Dinge
1. Sie schützen vor hungrigen Tieren. In der Wüste ist ein Kaktus oft die einzige saftige Pflanze weit und breit. Jedes durstige Tier würde ihn fressen. Mit Stacheln traut sich keins.
2. Sie machen Schatten. Schau dir einen Kaktus mit vielen weißen Stacheln an. Die sehen aus wie ein feines Netz. Dieses Netz wirft kleine Schatten auf den Kaktus — wie ein Sonnenschirm. So wird er nicht zu heiß.
3. Sie sammeln Wasser. Morgens ist in der Wüste Nebel in der Luft. An den Stacheln bilden sich winzige Tröpfchen. Die laufen den Stachel hinunter, fallen auf den Boden — und genau da sind die Wurzeln.
4. Sie halten den Wind ab. Wind trocknet alles aus. Die dichten Stacheln bremsen ihn, bevor er den Körper erreicht.
Ein Trick: die Haare
Manche Kakteen haben keine harten Stacheln, sondern weiße Haare, die ganz weich aussehen. Einer heißt Greisenhaupt — wie der Kopf eines alten Mannes mit weißem Haar.
Vorsicht trotzdem: Unter den Haaren sitzen meistens doch noch Stacheln.
Und die ganz fiesen Stacheln
Bei einer Kaktusart musst du besonders aufpassen: beim Feigenkaktus (er heißt auch Opuntie). Der hat nämlich zwei Sorten Stacheln:
- große, die du gut siehst
- und winzig kleine, die aussehen wie Staub
Die winzigen heißen Glochiden. Sie haben kleine Häkchen und bleiben in der Haut stecken. Die kriegt man ganz schlecht wieder raus.
Also: Feigenkakteen bitte nie anfassen — auch nicht da, wo es glatt aussieht.
Zum Weitersagen
Wenn dich jemand fragt, warum ein Kaktus sticht, kannst du jetzt sagen:
Seine Stacheln sind eigentlich Blätter. Er hat sie umgebaut, damit er in der Wüste kein Wasser verliert. Und jetzt kann er sich damit auch noch verteidigen, Schatten machen und Nebel einsammeln.
Als Nächstes: Wie oft trinkt ein Kaktus?