Geschichten
Berühmte Kakteen
Der Saguaro aus den Westernfilmen, die Königin der Nacht, der Peyote und ein Kaktus, der 200 Jahre braucht, um Arme zu bekommen.
Manche Kakteen sind so bekannt, dass man ihre Silhouette erkennt, ohne je einen gesehen zu haben.
Der Saguaro — das Symbol des Westens
Carnegiea gigantea ist der Kaktus auf jedem Western-Plakat, jedem Tequila-Etikett und jedem Emoji. Dabei wächst er nur in einem schmalen Streifen der Sonora-Wüste in Arizona und Nordmexiko — in Texas, wo die meisten Western spielen, gibt es keinen einzigen.
Seine Zahlen beeindrucken:
- bis 15 Meter hoch
- bis 2 Tonnen schwer, zu 80 Prozent Wasser
- 40 bis 70 Jahre, bis der erste Arm wächst
- 150 bis 200 Jahre Lebenserwartung
Er blüht nachts, und seine Blüten werden von Fledermäusen bestäubt. In seinen Höhlen wohnen Spechte und Elfenkäuze — mehr dazu unter Wer wohnt im Kaktus?
In Arizona steht er unter strengem Schutz. Wer einen Saguaro ohne Genehmigung fällt, muss mit erheblichen Strafen rechnen.
Die Königin der Nacht
Selenicereus grandiflorus ist ein unscheinbarer, dünner Kletterkaktus — bis er blüht. Dann öffnet er in einer einzigen Nacht eine bis zu 30 Zentimeter große, weiße Blüte, die intensiv nach Vanille duftet.
Am nächsten Morgen ist alles vorbei. Die Blüte fällt zusammen und welkt.
In botanischen Gärten wird dieses Ereignis angekündigt; Besucher kommen nachts, um es zu sehen. Es gibt Gärten, die dafür extra öffnen.
Der Peyote
Lophophora williamsii ist ein kleiner, dornenloser, graugrüner Kaktus, der kaum aus dem Boden ragt. Er enthält Meskalin und spielt in der Religion mehrerer indigener Völker Nordamerikas seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle.
In Deutschland ist die Pflanze als solche erlaubt, der Wirkstoff fällt allerdings unter das Betäubungsmittelgesetz. In seiner Heimat ist der Peyote durch Übersammlung stark gefährdet.
Der Goldkugelkaktus
Echinocactus grusonii, der „Schwiegermutterstuhl”, ist einer der meistverkauften Kakteen der Welt — und in freier Natur vom Aussterben bedroht. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Mexiko wurde in den 1990er-Jahren größtenteils von einem Stausee überflutet.
Millionen Exemplare stehen in Gärtnereien, einige hundert in der Wildnis. Ein seltener Fall, in dem der Gartenbau eine Art rettet, die am Naturstandort verschwindet.
Die Opuntie, die Australien eroberte
Im 19. Jahrhundert brachten Siedler Feigenkakteen nach Australien, als Heckenpflanze und für die Cochenille-Zucht. Bis 1920 hatten sie 24 Millionen Hektar überwuchert — eine Fläche größer als Großbritannien.
Gelöst wurde das Problem 1926 durch einen Falter: Cactoblastis cactorum, dessen Raupen die Opuntien von innen fressen. Innerhalb weniger Jahre brach der Bestand zusammen. In Dalby, Queensland, steht eine Gedenkhalle für diesen Schmetterling.
Die Kakteen, die keine sind
Zwei der bekanntesten „Kakteen” gehören nicht zur Familie:
- Die Euphorbia — Wolfsmilchgewächse aus Afrika, die wie Säulenkakteen aussehen. Erkennbar am weißen Milchsaft und an den fehlenden Areolen. Und sie sind giftig
- Die Aloe vera — eine Liliengewächs-Verwandte, keine Kaktee
Der Unterschied ist unter Sukkulenten pflegen erklärt.
Und der kleinste?
Blossfeldia liliputana wird keine zwei Zentimeter groß und wächst in Felsspalten der Anden. Sie ist der kleinste Kaktus der Welt — und die einzige Art ohne Spaltöffnungen in der üblichen Form. Sie kann auf unter fünf Prozent ihres Wassergehalts austrocknen und sich wieder erholen.
Weitere Rekorde stehen in der Kinderausgabe.
Dazu im Video
Kakteenblüten in Zeitraffer
nerses2 · auf YouTube ansehen
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Time Lapse: Domino Cactus
Trac McNguyen · auf YouTube ansehen
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Time-Lapse: Beautiful Cacti Bloom Before Your Eyes | Short Film Showcase
National Geographic · auf YouTube ansehen
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Cactus seeds after four months of Growing
Plants Bank · auf YouTube ansehen
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